Gabriele Basch | Jörn Lucius Plaß | Sebastijan Zupancic
20. Mai – 20. Juni 2026
Eröffnung: Mittwoch, 20. Mai 2026
Kante zeigen
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Kante zeigen Gabriele Basch | Jörn Lucius Plaß | Sebastijan Zupancic 20. Mai - 20. Juni 2026 Eröffnung: Mittwoch, 20. Mai 2026
Bitte beachten Sie unsere neuen Öffnungszeiten - Mi bis Fr 14-18 Uhr und Sa 12-16 Uhr
Gabriele Basch
gehört zur Avantgarde des zeitgenössischen Cutouts und entwickelt diesen seit den 90er Jahren inhaltlich und thematisch unbeirrt weiter.Malerische Prozesse bilden den Ausgangspunkt von Gabriele Baschs Arbeit. Die Vorderseite des Papiers wird mit Farbe bearbeitet, Spuren werden aufgebracht, gestische Setzungen angelegt. Anschließend wird die Rückseite in strengen Bahnen farbig gefasst. In einem weiteren Schritt reagiert Gabriele Basch mit dem Cutter auf die entstandene Malerei — nun eher zeichnerisch agierend. Die scharf abgegrenzten, geschnittenen Formen bilden einen Gegenpol zu den malerischen Gesten und spannen zwischen beiden ein Spannungsfeld auf.
Durch die leuchtenden Farben auf der Rückseite des Papiers, wirft das Licht, das durch die geschnittenen Aussparungen hinter die Arbeit gelangt, einen farbigen Schatten auf die Wand. Malerei und geschnittene Struktur werden so ergänzt durch einen weichen, hinter dem Bild liegenden immateriellen Farbraum und eröffnen dem Betrachter eine weitere, rätselhafte Dimension voller Poesie.
In seiner aktuellen Serie von Collagen aus Tape und verschiedenen Folien lotet Jörn Lucius Plaß die Grenzen zwischen Erinnerung, Traum und Realität aus. Die oftmals schleifenartig gewundenen, abstrakten Formen haben keine eindeutigen Anfangs- oder Endpunkte. Wie Erinnerungen zirkulieren sie, überlagern sich; Gedankenschleifen, die wiederkehren, aber nie identisch, nie vollständig greifbar sind und keinen wirklichen Abschluss finden.
Plaß' Collagen erinnern an die alte Technik der illusionistischen Intarsie, doch hat er eine ganz eigene Materialität und Technik entwickelt. Mit Tape, das zugleich Bindemittel und Hintergrund ist, fixiert er geschnittene, oftmals spiegelnde Folienformen hinter Glas. Erst im Zusammenspiel der verschiedenen Materialien, Formen und Kanten fügt sich das Ganze zu einem Bild zusammen.
Je nach Lichteinfall, Betrachtungswinkel und Entfernung verändern sich die Reflexionen der spiegelnden Folien und verweigern eine Eindeutigkeit — so wie Erinnerungen sich bei jedem Abruf unmerklich verschieben.
Sebastijan Zupancic
arbeitet als Zeichner mit zartem, aber systematischem Vorgehen. Er erkundet die Möglichkeiten konzeptgebundener Zeichnung, ihre Grenzen, ihre Freiheiten, ihre innere Logik. Zentral ist die Frage, welche Variationen und Kombinationen entstehen können, wenn strenge gesetzte Vorbedingungen konsequent eingehalten werden.In der aktuellen Serie collagiert er von Hand geschnittene Papierstreifen in festgelegten Abständen auf ein Blatt und zieht dann mit dem Pigmentliner Linien von ca. 2 mm Abstand gegen deren Strich der aufgeklebten Streifen. Dort, wo der Stift auf die Papierkante trifft, entstehen — je nach Neigung des Stiftes — unterschiedlich große weiße Lücken; die erhabenen Streifen werfen zudem je nach Lichteinfall zarte Schattenlinien.
Auf den ersten Blick wirken die Arbeiten geometrisch und streng. Beim zweiten Hinsehen jedoch zeigt sich, dass dieses Muster der Rationalität immer wieder aufgebrochen wird. Was zunächst als Präzision erscheint, offenbart bei näherer Betrachtung Unregelmäßigkeiten, die der strengen Konstruktion eine poetische Individualität verleiht — Ausdruck einer physischen Begegnung, in der das Material auf die Setzung des Künstlers antwortet.