Gabriele Basch | Astrid Köppe | Gesa Lange | Katja Pudor | Johannes Regin
20.-23. November 2025
Gabriele Basch | Astrid Köppe | Gesa Lange | Katja Pudor | Johannes Regin
20.-23. November 2025
Gabriele Basch | Astrid Köppe | Gesa Lange | Katja Pudor | Johannes Regin
20.-23. November 2025 Glacis Square [Fouerplaatz] L-1628 LuxembourgAstrid Köppe (*1974) forms her motifs in her mind's eye, then brings them to life on paper in DIN A4 or large format as enamel paintings. She draws on the pool of what can be directly observed and materially experienced. But Köppe does not simply reproduce. Rather, her focus in the process of perception is on the extraction and transformation of specific details. The original context of the motifs becomes increasingly insignificant and serves merely as a starting point for the creation of new, autonomous structures. Whether as delicate, poetic drawings on paper or as enamel on steel, Astrid Köppe's worlds are familiar to us on the one hand, but at the same time appear strange and enigmatic. And they often contain a good dose of humor!
Katja Pudor's (*1965) energetic drawings arise from her engagement with texts and composed music, drawing on “found cultural assets.” Her works are transformations of the existing (which may even be familiar to the viewer) into consistently subjective notations from which structural elements such as key, rhythm, or harmony can no longer be precisely read. She places one setting after another on paper: dots, lines in ever-changing directions—a dance—a dance of hands and fingers. Each trace of a mark extends into the open space of the sheet, is superimposed and condensed. In this way, Pudor opens up spaces for associative thinking on the part of the viewer. (Text Jochem Fahrnbach)
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Astrid Köppe (*1974) formt ihre Motive vor ihrem inneren Auge, um sie dann zeichnerisch auf dem Papier in DIN A4 oder im großen Format als Emaillen sichtbar werden zu lassen. Sie bedient sich dabei aus dem Pool des unmittelbar Beobachtbaren und stofflich Erfahrbaren. Doch Köppe bildet nicht einfach ab. Vielmehr liegt ihr Fokus im Prozess der Wahrnehmung auf der Extraktion und Transformation spezifischer Details. Der ursprüngliche Kontext der Motive verliert dabei zunehmend an Bedeutung und dient lediglich als Ausgangspunkt für die Schaffung neuer, autonomer Strukturen. Ob als zarte, poetische Zeichnung auf Papier oder als Emaille auf Stahl, Astrid Köppes Welten sind uns einerseits vertraut, erscheinen gleichzeitig aber auch fremd und rätselhaft. Und oftmals sind sie mit einer guten Portion Humor versehen!
Katja Pudors (*1965) energetische Zeichnungen entstehen in der Auseinandersetzung mit Texten und mit komponierter Musik, rekurrieren auf „gefundenes Kulturgut“. Ihre Arbeiten sind Transformationen des (möglicherweise dem Betrachter sogar vertrauten) Vorhandenen in konsequent subjektive Notationen, aus denen sich Strukturelemente wie Tonart, Rhythmus oder Harmonie nicht mehr präzise lesen lassen. Sie reiht Setzung an Setzung aufs Papier: Punkte, Linien in immer neue Richtungen - ein Tanz - ein Tanz der Hände und Finger. Jede Zeichenspur greift in den offenen Raum des Blattes aus, wird überlagert und verdichtet. So öffnet Pudor Räume für assoziatives Denken des Betrachters. (Text Jochem Fahrnbach)
Painterly processes form the starting point of Gabriele Basch's (*1964) work. The front side of the paper is treated with paint, traces are applied, and gestural marks are made. In a second step, Gabriele Basch reacts to the resulting painting with a cutter. Here she acts more like a draftswoman, creating sharp delineated structures that contrast with the painterly elements. By also covering the backside of the papers with vibrant colors, the light passing through the cutouts behind the artwork casts a colored shadow on the wall. Painting and cut structure are thus complemented by a soft, immaterial color space behind the artwork.
In her thread and graphite drawings Gesa Lange (*1972) explores the nature of surfaces and lines. On canvas or paper, they walk a fine line between orderly construction and its dissolution. With every pinprick, the artist injures the carrier material, and even the smallest, irreversible deviations determine the next steps. Organic structures emerge, juxtaposed with clear, grid-like ones. The threads sculpturally enclose the drawing ground. In some series, the threads are applied parallel to each other, merging into a single plane. Something similar occurs in the graphite drawings, where numerous layers accumulate on the picture carrier like sediments, blending into each other.
Handmade papers, cardboard marked by use, or truck tarpaulins are the starting point for Johannes Regin's (*1986) graphic explorations. The smallest traces, remnants of color, folds, or cuts on and within the materials are triggers for his artistic process. After working on the surface with erasures, revisions and new settings, the next step is to cover it with an organizing grid of dots. It is laid over the picture surface like a filter. The size, coloration, and execution of the dot or line sequences, as well as their minimal nuances and variations in form and intensity, create a subtle internal tension from sheet to sheet.
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Malerische Prozesse bilden den Ausgangspunkt von Gabriele Baschs (*1964) Arbeit. Die Vorderseite des Papiers wird mit Farbe bearbeitet, Spuren werden aufgebracht, gestische Setzungen angelegt. In einem zweiten Schritt reagiert Gabriele Basch mit dem Cutter auf die entstandene Malerei. Hierbei agiert sie eher zeichnerisch und schafft mit den scharf abgegrenzten Strukturen einen Gegenpol zu den malerischen. Indem sie auch die Rückseite der Papiere mit leuchtenden Farben fasst, wirft das Licht, das durch die geschnittenen Aussparungen hinter die Arbeit gelangt, einen farbigen Schatten auf die Wand. Malerei und geschnittene Struktur werden so ergänzt durch einen weichen, hinter dem Bild liegenden immateriellen Farbraum.
Gesa Lange (*1972) untersucht in ihren Faden- und Graphitzeichnungen das Wesen von Flächen und Linien. Auf Leinwand oder Papier bewegen sie sich auf einem schmalen Grat zwischen geordneter Konstruktion und deren Auflösung. Mit jedem Nadelstich verletzt die Künstlerin das Trägermaterial und bereits kleinste, irreversible Abweichungen bestimmen die nächsten Schritte mit. Es entstehen organische Strukturen, denen klare, rasterartige gegenübergestellt werden. Die Garne umschließen den Zeichengrund plastisch. In einigen Werkgruppen werden die Fäden parallel aneinanderliegend aufgebracht, so dass sie zu einer Fläche verschmelzen. Ähnliches geschieht bei den Graphitzeichnungen, in denen sich die zahllosen Schichten wie Sedimente auf dem Bildträger ablagern und ineinander aufgehen.
Büttenpapiere, vom Gebrauch gezeichnete Kartons oder Lkw-Planen sind für Johannes Regin (*1986) Anlass für zeichnerische Erkundungen. Kleinste Spuren, Farbreste, Knicke oder Schnitte auf und in den Materialien sind Auslöser des künstlerischen Prozesses. Nach der Bearbeitung der Fläche mit Auslöschungen, Überarbeitungen und neuen Setzungen wird diese in einem nächsten Schritt mit einem ordnenden Punktraster überspannt. Es legt sich wie ein Filter über die Bildfläche. Größe, Farbgebung und Ausführung der Punkt- oder Strichfolgen sowie ihre minimalen Nuancierungen und Abweichungen in Form und Intensität ergeben von Blatt zu Blatt eine subtile Binnenspannung.