Jana Schumacher

Ihre Unmittelbarkeit, die auch jeden Fehler, jede Korrektur sofort sichtbar werden lässt, macht die abstrakte Zeichnung zu einem Spiegel. Sie offenbart innere wie äußere Prozesse und Bewegungen, Dynamik und Rhythmus, Spannung und Ruhe, Chaos und Ordnung. Phänomene der Welt finden ihren Ausdruck, komplexe Informationszusammenhänge und Emotionen eine ästhetische Übersetzung. Anders als in der Sprache, bedient sich die Zeichnung keines vorgegebenen Regelwerks, sondern bleibt ein Raum des Experiments, befreit von Klassifikationsrastern und Wiedererkennungsfunktion.

Jana Schumacher umkreist in ihren abstrakten Zeichnungen Phänomene physischer, psychischer und psychosozialer Prozesse. Die offene Struktur der abstrakten Zeichnung nutzend schafft sie Resonanzräume für unsere eigenen, subjektiven Erfahrungen, jedoch ohne sich diesen verfügbar zu machen.

Jeder Strich ist zugleich ein Zeichen des Aufbruchs, aber auch des Rückzugs, er ist wie eine Körperbewegung im Raum. Jana Schumachers Zeichnungen sind Ausdruck, aber keine Beschreibung solcher Bewegungen und Gesten. Aspekte von Musik und Tanz fließen in ihre Arbeiten ein. Sie bilden das gedankliche Fundament ihres Tuns. Wie der Tanz, gleicht auch das Zeichnen einem performativen Akt, bei dem Vorstellungen durch den Körper fließen und zu Spuren in Raum und Zeit werden.
Jana Schumachers Zeichnungen reflektieren soziale Prozesse, Wachstum und Entwicklung, Wandel, Stagnation sowie Vergänglichkeit. Man erkennt Gesten der Anziehung und der Abstoßung, sensibles Tasten und kraftvolles Zupacken. Leerflächen wechseln mit verdichteten Zonen. Die einzelnen Elemente ihrer Zeichnungen bleiben auf sich konzentriert, interagieren aber dennoch im direkten Zusammenspiel mit den anderen und bilden auf diese Weise - teilweise hochfragile - Strukturen und Systeme.

Vita
1983 geb. in Bonn
2009 - 2013 Studium an der HAW Hamburg, Fachbereich Design, Schwerpunkt Zeichnung und Graphik
Einzelausstellungen
2016 “Empfehlungen in Zeiten aufkommenden Sturmes”, Galerie Oehlfrüh
2015 "ebenda", Heinz · Kramer, Hamburg (mit Fernando de Brito)
Optimale Erkenntnispositionen, Hinterconti, Hamburg
2014 "Lorem Ipsum", (mit Jivan Frenster), Galerie Genscher, Hamburg
"Fragments of night and day", eine Ausstellung von Jana Schumacher und Julian Terbuyken, Galerie 10. Längengrad, Hamburg
2013 "Light-piece 1" ( preview show), Galerie 10. Längengrad, Hamburg
"Dark Topographies" , Galerie Hoheluft, Hamburg
"A matter of perspective", Galerie LinksRechts, Hamburg
2012 "Schaufenstersituation Held", Leipzig
2011 "Sun and Beauty Palace" and concert: "The Art of Fusion Electronic Project", Gängeviertel, Hamburg
2010 "DIMENSION PLASTIK", Galerie Genscher, Hamburg
2009 "KOEXISTENCE", Galerie Skam, Hamburg
Gruppenausstellungen
2017 "Dark Matter" - Art meets science, DESY Institut Hamburg
"in between", Galerie Carolyn Heinz, Hamburg
"Import-Export", K34, Kiel
2016 “Papierverliebt”, Galerie Carolyn Heinz, Berlin
“BETONALE” im Vorwerkstift Hamburg
Empires of Dust”, Kulturinstitut Vanha Paukku, Finnland
“Internationaler Neujahrsempfang im Haus Seepferdchen”, Galerie Ölfrüh, Hamburg
“Through the looking-glass”, Galerie Oqbo, Berlin
2015 “Das eigene Ich”, Affenfaust Galerie, Hamburg
2014 "Petersburger Salon im Blau Zimmer für Kunst und Andere, Hamburg
"emerging artist", Ausstellung mit Mika Neu und Verena Schöttmer auf der Affordable Artfair, Hamburg
"Stein, Schere, Papier", Galerie Collectiva, Berlin
Kunstfrühling in Bremen, Teil der Sonderausstellung
"Love in 6 Positions", Pilotenküche Baumwollspinnerei, Leipzig
"JA!", Pilotenküche, Baumwollspinnerei, Leipzig
2013 "Petersburger Salon im „Blau Zimmer für Kunst und Andere", Hamburg
"Beyond Grey", Künstlerhaus Sootbörn, Hamburg
"Macht und Gewohnheit" , Galerie Speckstrasse Hamburg
Abschlussausstellung im Rahmen der HAW, HH
"Mystique", Kunstfestival in Magdeburg
2011 "OHNeMACHT2, Kubastagalerie, Hamburg
"Wirken durch das Werk2, Westwerk, Leipzig
"groupgroup", Kutscherhausgalerie, Hamburg
"basement 1", HAW Jahresausstellung, Hamburg