FERNANDO DE BRITO · CONSTANTIN GRÜNING

silence mind

Monochrome Malerei
24. März - 28. April 2012

In jedem gegenständlichen Bild findet sich – mikroskopisch gesehen - tausendfach das Aufeinandertreffen zweier Farben. Es entstehen Strömungen und Spannungen zwischen den Farben, die für die Malerei und schließlich für den Betrachter von höchster Bedeutung sind. Geht man mit letzter Konsequenz weiter und fasst das elementare Aufeinanderprallen der Farben rein für sich ins Auge, dann wird es aus dem Mikrokosmos in die größeren Dimensionen unserer Wahrnehmungswelt heraufgeholt. Wenn die monochrome Malerei sich also in einem letzten Konzentrationsprozess auf eine einzige Farbe oder die Gegenüberstellung oder Reihung von Farbblöcken beschränkt, wendet sie sich nicht von der Welt ab, sondern blickt gerade umgekehrt in ihre Tiefe.

Gegenstandslosigkeit, Verkörperung des Immateriellen, dem allein eine geistige Qualität eignet, verlangt die Einlassung des Betrachters auf die eigene sinnliche Erfahrung. In einer Zeit der Reizüberflutung und zunehmender Beschleunigung nimmt sich aber auch der Kunstbetrachter kaum noch Muße, sich auf reine Farbwirkungen einzulassen, deren Klang zu erleben, Harmonien und Disharmonien nachzuspüren.

Dieser Entwicklung möchte sich die Ausstellung SILENCE MIND mit Arbeiten von Fernando de Brito und Constantin Grüning entgegenstellen. Beide Künstler beschäftigen sich seit vielen Jahren mit monochromer Malerei. Die scheinbar einfarbigen Arbeiten entstehen durch Schichtung lasierender Farbaufträge. Nur so erreichen sie eine Farbtiefe, die sich von der eines einmalig deckenden Farbauftrags unterscheidet. Die Oberfläche scheint zwar undurchdringlich, aber das Auge ist dennoch in der Lage, in die darunterliegenden Farbschichten vorzudringen und die Fläche als Farbraum wahrzunehmen – wenn auch nicht bewusst.

Grüning stellt für die Ausstellung Farbreihen jeweils gleichen Formats zusammen. Keine Farbe ist für sich allein wichtig oder dominiert über die andere. Die innere Spannung ergibt sich hier aus dem spezifischen Verhältnis der Farben zueinander.

Die Arbeiten von Fernando de Brito stellen hingegen nur jeweils zwei Farben gegenüber und bilden so monochrome Dualitäten. Er ordnet allgemein bekannten oder Paaren aus seinem Freundeskreis Farben zu und lässt so nonfigurative Portraits entstehen.

Fernando de Brito (*1956 in Portugal) studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Constantin Grüning (*1958 in Hamburg) absolvierte ein Studium der Illustration an der Fachhochschule für Gestaltung Hamburg. Beide Künstler leben und arbeiten in Hamburg.