PETER NIKOLAUS HEIKENWÄLDER
Pacificus - Versuch über Ferne
17. Mai - 22. Juni 2013

Wenn ein Künstler nach einem mehrmonatigen Arbeitsaufenthalt in Kalifornien in den norddeutschen Winter zurückkehrt, kann man sich Vieles vorstellen, aber wohl kaum, dass die Wärme, Sonne und Leichtigkeit des kalifornischen Lebens keinerlei Spuren in dessen Werk hinterlassen würden.

Auch Peter Nikolaus Heikenwälders durch seinen USA-Aufenthalt inspirierte neue Werkgruppe, die ab dem 17. Mai in der Galerie Carolyn Heinz zu sehen sein wird, unterscheidet sich deutlich von den Arbeiten, die vor dem Aufenthalt entstanden sind. Beziehen sich seine bisherigen Arbeiten eher auf die unbestimmte Unendlichkeit eines dunklen, fremden Raumes, der an eine Unterwasserwelt oder den Weltraum erinnern mag, weisen die neuen Leinwandarbeiten stets eine Horizontlinie auf und lassen den Betrachter unwillkürlich eine Landschaft assoziieren.

Unter dem Titel „Pacificus - Versuch über Ferne“ hat Heikenwälder sich vor allem dem Thema „Seestück“ gewidmet. Das rechte sunny-California-feeling will sich zwar nicht einstellen – atmosphärisch erlebt man eher einen rauen, herbst-winterlichen Pazifik – und doch wirken diese Arbeiten auf den ersten Blick unbefangener und spielerischer als zuvor.

Aber selbstverständlich wären es nicht Peter Heikenwälders Arbeiten, würde es sich um herkömmliche Landschaftsbilder handeln: wie stets ist es das delikate Spiel zwischen Narration und Abstraktion, das in seinen Arbeiten fasziniert und zu vielfältigen Assoziationen anregt. Die häufige Verwendung von Blautönen sowie der Einsatz rhythmisch wiederkehrender, wellenartiger Strukturen lassen an Wasser denken, ohne dass wirklich Wasser dargestellt wäre. Rosafarbene puffige Gebilde schweben wie Wolken durch den Raum. Hohle, aus durchscheinendem Schachbrettmuster bestehende Objekte wälzen sich wellenförmig über die Ebene. Unklar bleibt, in welcher Realität wir uns befinden. Einzig die blaue Farbigkeit oberhalb der Horizontlinie lässt kaum eine andere Assoziation zu als die des Himmels und unterstreicht so den Landschaftseindruck.

Neu in Peter Nikolaus Heikenwälders Werk sind die leichten, in lockerem Duktus ausgeführten und in Kalifornien entstandenen Aquarelle, in denen man Spontaneität und Unbeschwertheit zu spüren vermeint. Auch hier findet sich, wie so oft in Heikenwälders Arbeiten, ein subtiler, zuweilen dunkler Humor.

Peter Nikolaus Heikenwälder (*1972 in Hamburg) studierte von 1997-2003 Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Prof. Friedemann von Stockhausen und Prof. Klaus Stümpel. Seit 2003 lebt und arbeitet er in Hamburg.