MARTIN LÖFFKE

falling onto into

Malerei und Stickerei
18. Mai - 19. Juni 2011

Martin Löffkes Arbeiten entwickeln sich aus frei gewobenen Assoziationsketten. Und genau dies wird auch in der Art sichtbar, wie sie über den Mal- bzw. Stickgrund hinweg mäandern.
Es ist fast physisch spürbar, dass es hier keine geplante Komposition gibt, dass sich die Form erst aus dem Prozess heraus entwickelt. Die einzelnen Strukturen, Muster und figurativen Elemente finden kaum Halt in der Fläche, sie entstehen eine nach der anderen, nebeneinander, aneinander, schießen geradezu ins Kraut. Kommunikative Geflechte breiten sich aus, mal mehr, mal weniger dicht verbunden. Der darin sich ausdrückende Sinn ist einer der traumhaften Verknüpfung, nicht der bewussten Konstruktion.

Die ungewöhnliche Technik, die Martin Löffke für diese hoch assoziativen Bilder gewählt hat, kommt nicht von ungefähr. Spontan, aus dem Impuls heraus und örtlich ungebunden wollte er arbeiten und wählte deshalb das Sticken. Bei dieser Technik konnte er den unaufgespannten Stoff einfach mitnehmen, brauchte nur Nadel, Garn und einen Stickreif.
Während des Stickens ist für den Künstler nur ein kleiner, auf den Stickrahmen gespannter Ausschnitt der Arbeit wirklich sichtbar, anders als bei auf Keilrahmen gespannten Leinwänden oder Papier. Löffke arbeitet, seinen Prämissen gemäß, ohne Vorzeichnung. Das bedeutet für den Arbeitsprozess, dass er immer wieder die auf kleiner Fläche entstandenen Ergebnisse in ein großes Ganzes einbinden muss.
Und es ist ein langsames Arbeiten. Bevor eine gestickte Figur, ein Gegenstand, Muster oder Wort gestickt ist, dauert es - und kann sich so situativ entwickeln.

Oftmals kombiniert Löffke Stickarbeit mit Malerei und schafft so Verdichtungen, Verbindungen oder Gegengewichte. Stets gelingt es ihm dabei, die kräftige Acrylmalerei mit der zarten Stickarbeit in eine vielschichtige Kommunikation treten zu lassen.