Fernando de Brito
CAROID. Marquesas, Clans und NObilitas

21. September - 06. Oktober 2018
Eröffnung: 21. September, 18.30 Uhr
geöffnet: Di-Fr 12-18 Uhr und Sa 12-16 Uhr



Bereits die Antike gebrauchte das Karomuster in den unterschiedlichsten Bereichen. Schachbrettmuster schmückten Vasen des geometrischen Stils, zierten griechische und römische Mosaikböden oder wurden als Bauprinzip in der Stadtplanung genutzt. Das älteste Stück Stoff mit Tartanmuster ist rund 4.000 Jahre alt und fand sich bei Mumien in China.

Vichy-Karo, auch als Bauernkaro bekannt, Schotten- und wohl auch das Schachbrettmuster haben ihren Ursprung in Webstoffen. Sie entstehen am Webstuhl durch Wechsel von farbigen Kett- und Schussstreifen. Besonders das kontrastreiche Schachbrettmusters machte man sich dann in der Heraldik, als Schmuckelement in der Architektur oder als Signalmuster z.B. im Luftverkehr zu Nutze.

Und auch die Bildende Kunst setzt sich seit Jahrhunderten intensiv mit den verschiedenen Karomustern auseinander. Sie finden sich beispielsweise als Hintergründe an mittelalterlichen Schreinen oder als Fußböden in Gemälden der niederländischen Meister wie in Jan van Eycks „Jungfrau von Autun“ von 1436 oder Petrus Christus „Virgin & Child“ von 1465. Im Kostüm des berühmten „Harlequin“ spielt 1901 Picasso mit dem Muster. Eine karierte Tischdecke nimmt bei Pierre Bonnards „Le Nappe à Carreaux Rouges“ von 1910 dominant die Hälfte der Bildfläche ein. In der abstrakten Kunst entwickelt sich das Karomuster zu einem eigenständigen Motiv. Bis heute beschäftigen sich Künstler wie Carl Andre, Blinky Palermo, Sherrie Levine, Bridget Riley, Sean Scully oder auch Fabrice Gygi immer wieder mit dem Motiv und loten dessen optischen Möglichkeiten aus.

Für den portugiesischstämmigen Fernando de Brito hat das Karomuster zudem eine biographische Bedeutung – es findet sich in den traditionellen Hemden der portugiesischen Fischer und den gefliesten Kirchenfassaden seiner Heimat. Der Reiz dieses schlichten und doch minimalistisch prägnanten Musters ist für de Brito geblieben und so bedient er sich seit vielen Jahren in verschiedenen Serien immer wieder dessen unterschiedlicher Spielarten. Die Ausstellung zeigt Arbeiten auf Papier und Leinwand von 2002-2018.


Fernando de Brito (*1956 in Portugal) studierte Freie Malerei und Bildhauerei an der Werkkunstschule und an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Italien und Venezuela. Lehraufträge an der AMD und der HAW Hamburg. Fernando de Brito lebt und arbeitet in Hamburg