Lars Eckert
Wo das Hier ans Dort stößt

30. August - 11. September 2018
Eröffnung: 30. August, 18-22 Uhr
im Rahmen des Saisonstarts der Galerien im Kontorhausviertel und an der Alster
geöffnet: Di-Fr 12-18 Uhr und Sa 12-16 Uhr



Wo mag das sein – wo das Hier ans Dort stößt?
Das Hier ist da, wo WIR sind, aber wo beginnt das Dort? Und wo befindet sich die Grenze? Wenn wir von hier nach dort gelangt sind, sind wir dann dort nicht eigentlich schon wieder im Hier?

Es sind Grenzsituationen, mit denen Lars Eckert sich in seiner Malerei beschäftigt, formal wie inhaltlich. Eckerts Malerei bewegt sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Ein großer Fundus gesammelter und eigener Fotografien dient ihm als Ausgangsmaterial, um neue Situationen zu collagieren. Im Malprozess selbst werden diese dann weiter verändert.

Lars Eckert erzählt Geschichten. Wir sehen Orte und Personen, aber je genauer man hinschaut, um so weniger passen die Dinge zusammen. Kompositorisch schließen sie sich zu einem scheinbaren Ganzen, aber die Informationen sind widersprüchlich, bleiben fragmentarisch und fügen sich eben nicht zu einer eindeutigen Erzählung.
Busstop: Eine Wartehäuschen mit Wartendem. Davor aber eine aufgerissene, bald im Nichts endende Straße. Modern Living: Eine halb leeres Schwimmbad mit bedrohlich dunklem Wasser, an dessen Rand Menschen sitzen oder schlendern. Im Hintergrund eine apokalyptisch anmutende Häuserkulisse, aus der Rauch aufsteigt. Warehouse: In einem Lagerhaus stapeln sich in Netzen verpackte Tannenbäume. Daneben - im Inneren des Lagerhauses - ein aufgebautes Campingzelt.
Auch inhaltlich also ein Hier und ein Dort, auseinanderliegende Orte und/oder Zeiten, an deren Grenze sich nicht eine „Wahrheit“ findet, wohl aber vielfältige Geschichten und Bedeutungen sich entfalten können.

Als Betrachter stehen wir grundsätzlich dem Bild gegenüber: Betrachter hier, Bild dort. Unsere eigene Realität ist hier - dort die Realität des Bildes. Doch was passiert dazwischen, gewissermaßen an der Grenze? Da vermischt sich die Realität (oder auch Surrealität) des Bildes mit unseren Eindrücken und Gedanken, mit persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen.

Wo das Hier ans Dort stößt – da ist quasi die Leerstelle, wo die magischen Momente sich entwickeln, wo sich Phantasien und Erinnerungen mischen und höchst unterschiedliche Sinnbezüge vorstellbar werden.


Lars Eckert, *1958 in Braunschweig, studierte Freie Kunst an der HBK Braunschweig bei Prof. Hinnerk Schrader und Arwed Gorella und war Meisterschüler von Prof. Lienhard von Monkiewitsch. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Deutschland. Von 2010 bis 2017 erhielt er Lehraufträge für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und ist seit 2012 Dozent an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel. Lars Eckert lebt und arbeitet in Braunschweig