Katharina Büche
Zwischenwasser

24. Mai - 6. Juni
Eröffnung: 24. Mai, 18:30 Uhr

Zwischenwasser, so der Titel der neuen Ausstellung der in der Schweiz lebenden Künstlerin Katharina Büche, bezeichnet in der Ozeanographie die Wassermassen zwischen 500 bis 1500 m Tiefe. In dieser unbekannten Sphäre des Dämmerlichtes gibt es einen phantastischen Kosmos aus Pflanzen und Tieren, deren Strukturen, Beschaffenheit, Formen und Farben aufregend schillernd und verstörend fremd zugleich sind. Es sind bizarre Wesen deren erstaunliche Wandlungsfähigkeit wie aus einer anderen Welt anmuten.

In der neuen Reihe von Ölgemälden, die sie „NoBones“ nennt, beschäftigt sich Katharina Büche mit diesem für uns so faszinierend fernen Lebensraum. Wurmige Gebilde, quallenartige Formen, sonderbare stern- oder punktförmige Anordnungen finden sich ebenso wie rätselhafte Durchgänge, Lichtphänomene und dunkle Orte. Bei diesen Gebilden ist es schwer zu sagen, was genau man eigentlich sieht. In ihrer Ambivalenz entziehen sich die irritierenden Hybride meist einer präzisen Zuordnung und setzen beim Betrachter Assoziationsketten in Gang, die sich nicht zwingend aus Bildern der Unterwasserwelt speisen müssen.

Der Titel „Zwischenwasser“ kann aber auch als ein Bereich zwischen Wasser, Luft und Land gelesen werden. Die Künstlerin interessiert sich ganz grundsätzlich für Zwischenbereiche, die dem Menschen nah und fern zugleich sind, ihn emotional berühren und gleichzeitig irritieren. So schreibt der Kunsthistoriker Roland Scotti über ihre Arbeiten: „Natur erscheint nicht, sie – die Natur, die auch Kunst ist – inszeniert sich in den Arbeiten fast selbsttätig. Büche stellt „Natur“ nicht nach; mit den Mitteln und Materialien der Natur thematisiert sie kulturell bedingte Codifzierungsprozesse: von der Tabuisierung bis zur Ästhetisierung.“ (Roland Scotti, 2014)

Die Fellobjekte der Werkserie „Ach, Leute“ beispielsweise spielen mit einem archaischen Bedürfnis nach Wärme, Weichheit, Schutz und Natürlichkeit. Es sind Wesen in einem Übergangsstadium: Kuschelige Figuren oder haarige Kreaturen – in die die Welt der Künstlichkeit eingedrungen ist. Denn ihre Körper sind artifiziell, ihre Behausungen synthetisch aus Gummi, Plastik, Ton oder Metall. Wie in der Tiefsee sind es namenlose und trügerische Wesen, die unsere Gefühle irritieren, da sie verführerisch umgarnen und gleichzeitig verstören. Sie wecken genauso unsere Urängste vor dem Fremden wie unsere Sehnsüchte nach dem Unbekannten.